Wie ich zum Mikroskop kam

Tankred Fiedler Als junger Lehrer wandte ich mich bald enttäuscht vom Mikroskopieren ab (so wie es wahrscheinlich auch heute noch vielen Kindern geht, die ihr erstes Mikroskop geschenkt bekamen), weil die "Schulbuch-Weisheit" nur zu frustrierenden Ergebnissen führte: es gab kaum Leben im "Wassertropfen" oder im "Heuaufguss" und Pflanzen-Handschnitte misslangen fast immer.

Durch einen glücklichen Zufall entdeckte ich viel später in einem Kiesgrubentümpel das "Ökosystem Tausendblatt" mit seiner faszinierenden Lebensfülle, die mich seitdem nie mehr losgelassen hat.

Da die Untersuchungstechnik zudem sehr einfach ist eignet sich dieses System auch hervorragend dazu Mikroskop-Anfängern den Zugang zum Mikrokosmos zu erschließen und damit zu einer stets neuen Abenteuerwelt.

Das Mikroskop bietet viel mehr!

Meine Projektgruppe Fast zwangsläufig drängen sich beim Mikroskopieren "philosophische"Gedanken auf. Ganz unerwartet wird eine völlig neue Welt hinter den mit bloßem Auge sichtbaren Dingen hervorgezaubert.

So lernt ein junger Mensch den reinen Augenschein zu hinterfragen und sich selbst als Mittler zwischen Makro- und Mikrokosmos zu verstehen.

Zudem erschließt das Mikroskop einen unmittelbaren Zugang zu den Phänomenen, so dass echte Quellenforschung ermöglicht wird.

Deswegen führe ich auch in Zukunft einen "Mikrobiologischen Arbeitskreis" für "Jungforscher" am Wilhelms-Gymnasium in München durch. Aktuelle Informationen über das jeweilige Projekt findet ihr auf der Home-Seite unter "Neues".

Finderlohn für Tausendblatt-Biotope!

Teich Selbstverständlich sind auch andere Wasserpflanzen als das Tausendblatt von Mikroorganismen besiedelt.

Aber wie kann man eine Moostierchenkolonie auf der Unterseite eines Seerosenblattes oder von Wasserlinsen filmen? Das dem Tausendblatt sehr ähnliche Hornkraut (Ceratophyllum) ist aufgrund seiner dicken Blattquirle auch nicht optimal geeignet.

Deswegen setzt meine Arbeit einen verlässlichen Nachschub an Tausendblatt voraus und da dieses immer seltener wird, biete ich jedem, der mir einen brauchbaren Tausendblatt-Standort in der (weiteren) Umgebung von München verrät eine Prämie von € 50,- an, damit ich nicht eines Tages buchstäblich "auf dem Trockenen " sitze.


Biografie

Tankred Fiedler

Geboren: 27.09.1941
Wohnort: München
Familienstand: Verheiratet, zwei Kinder
Beruf: Gymnasiallehrer für Chemie und Biologie

1945

Vertreibung aus dem Sudetenland

1946 - 1961

Kindheit in Plattling

1961

Abitur an der Oberreaschule Deggendorf

1967

Staatsexamen für das höhere Lehramt

1973 - 1976

Deutsche Schule in Lissabon

1976 - 2006

Lehrer für Chemie und Biologie am Wilhelms-Gymnasium in München

1. August 2006

Gesetzlicher Ruhestand